Die Basketball-Saison 2010/11 ist vorbei. Werfen wir einen Blick auf die Teams aus und um den Pott, wie sie sich in dieser Saison geschlagen haben. Insgesamt ist das Abschneiden der Ruhrpott-Teams durchaus positiv zu bewerten und die Saisonziele konnten erreicht und sogar übertroffen werden. Aber schauen wir es uns im Einzelnen an.
In der BBBL gab es für Phoenix Hagen einige Highlights in der abgelaufenen Saison. Als Erstes wäre da natürlich die Rückkehr in die renovierte Ischelandhalle zu nennen. Da diese zu Saisonbeginn allerdings noch nicht fertig war, wurde das erste Heimspiel gegen den Titelverteidiger aus Bamberg in der Dortmunder Westfalenhalle ausgetragen. Aber auch in der Ischelandhalle wurden einige denkwürdigen Partien ausgetragen. Zu erwähnen sind hier sicherlich das “Massaker” gegen Oldenburg (89:62), welches im TV zu sehen war, oder der Sieg gegen ALBA Berlin. Dabei galt das Hagener Team, aufgrund des mal wieder relativ geringen Etats, als einer der ersten Anwärter auf einen Abstiegsplatz. Allerdings haben die eher “günstigen” bzw. unbekannten Einkäufe wie David Bell, Mark Dorris (kam aus der Pro A) oder Jacob Burtschi (war bei der Air Force und hat zuletzt nicht gespielt gehabt) alle eingeschlagen, so dass das Abstiegsgespenst relativ schnell zu den Akten gelegt werden konnte. Am Ende der Saison belegte man mit 15 Siegen den 11. Platz in der Tabelle. Der Nachteil dieser erfolgreichen Saison ist allerdings die Tatsache, dass die eben genannten Spieler natürlich auch bei anderen (sprich finanzstärkeren) Clubs auf sich aufmerksam gemacht haben und nur schwer in Hagen zu halten sein werden. Somit dürften wir in der nächsten Saison ein komplett anderes Team der Feuervögel sehen.
Für das einzige Ruhrgebietsteam in der Pro A, die ETB Wohnbau Baskets Essen war es eine nervenaufreibende Saison, die man sicherlich gerne etwas ruhiger gestaltet hätte. Der erste Sieg gelang am 5. Spieltag gegen die BG Karlsruhe (80:71), insgesamt konnten aber bis zum 18. Spieltag lediglich 4 Spiele gewonnen werden, was logischerweise tiefster Abstiegskampf bedeutete. Ab da ging es dann allerdings steil bergauf, es wurden nur noch 3 weitere Spiele verloren und die letzten 7 Saisonspiele konnten alle gewonnen werden. Somit stand am Ende der Saison doch ein relativ sicherer Klassenerhalt, da mit dem Team aus Osnabrück ohnehin eine Mannschaft zurückziehen musste und damit als Absteiger feststand. Ein Grund für die schwankenden Leistungen waren sicherlich auch die Personalprobleme, die sich durch die ganze Saison hindurch gezogen haben. Ex-Nationalspieler Gerrit Terdenge musste sich aus beruflichen Gründen zurückziehen und hat lediglich 7 Spiele in der Saison bestritten. Dann wurde bei dem bisherigen Topscorer Morgan Lewis eine positive Dopingprobe genommen, so dass der Vertrag mit Lewis als logische Konsequenz gekündigt werden musste. Allerdings meinte es das Schicksal nicht nur schlecht mit den Essenern. Point Guard Chris Alexander sollte nach dem verpatzten Saisonstart eigentlich durch Macus Parker ersetzt werden. Dieser bestand den medizinischen Check aber nicht, so dass Alexander bleiben durfte. Und zusammen mit dem für Lewis verpflichteten Steve Esterkamp war er einer der Garanten dafür, dass der Klassenerhalt am Ende doch geschafft wurde.
In der Pro B stand nach der Hauptrunde bereits fest, dass kein Verein aus dem Pott in die Regionalliga absteigen würde. Sowohl die Hertener Löwen als auch die beiden Aufsteiger Schwelmer Baskets und BSV Wulfen waren unter den ersten Acht eingelaufen und mussten nicht in den Play-Downs antreten, sondern spielten in den Play-Offs um den Aufstieg mit. Die Löwen aus Herten hatten zwar in der Saison davor den sportlichen Aufstieg geschafft, aufgrund der finanziellen Situation diesen aber nicht wahrgenommen. Auch in dieser Saison landete man am Ende auf dem 2. Tabellenplatz und schlug in der ersten Play-Off-Runde die TSV Breitengüßbach mit 2:1 in der Best-Of-3-Serie. Im Viertelfinale kam dann allerdings das Aus gegen den Mitfavoriten aus Nürnberg. Die beiden Aufsteiger schlugen sich in ihrer ersten Saison in der Pro B ebenfall mehr als achtbar. Die BSV Wulfen beendete die Hauptrunde auf Platz 5, musste dann aber gegen das Team aus Lich in den Play-Offs die Segel streichen. Die Schwelmer Baskets, das Team vom südlichen Rand des Ruhrgebietes, hat die Saison sogar sensationell als Tabellenerster der Nordgruppe abgeschlossen. Doch auch sie mussten sich in der ersten Play-Off-Runde beugen. Gegen die Gießen Pointers setzte ein 1:2 in der Serie.
In der Regionalliga West war der letzte Spieltag aus Ruhrpott-Sicht an Spannung kaum zu überbieten. Die SG Sechtem stand zwar bereits als Meister fest, hatte aber vorher schon angekündigt auf den Aufstieg in die Pro B zu verzichten. Daher gab es einen Zweikampf zwischen der BG Dorsten und den Bochum Astrostars, welchen Dorsten am Ende mit einem knappen Sieg in Dortmund für sich entscheiden konnte. Doch auch Bochum kann mit Platz 3 auf eine erfolgreiche Saison zurück blicken und wird in der kommenden Saison einen weiteren Angriff auf den Aufstieg nehmen. Hinter diesen beiden Teams kommen mit CB Recklinghausen und Schalke 04 bereits die nächsten beiden Teams aus dem Pott. Während RE als Aufsteiger mit dieser Position sicherlich mehr als zufrieden ist, hatte man sich bei Königsblau doch ein wenig mehr erhofft. Am anderen Ende der Tabelle finden wir dann mit dem SVD Dortmund und der BG Hagen die restlichen Teams aus dem Ruhrgebiet (oder zählt sich Werne doch nicht zum Münsterland???). Die Hagener konnte man vor der Saison auch in dieser Region der Tabelle erwarten, daher ist der Nichtabstieg durchaus ein Erfolg. In Dortmund ist man dagegen andere Tabellenregionen gewohnt, freut sich aber nach der katastrophalen Hinrunde aber über eine starke Rückrunde, auf der man in der kommenden Saison anufbauen kann.